Finanzen · Schutz bei Kontopfändung · § 850k ZPO

Pfändungsschutzkonto (P-Konto).

Das P-Konto ist Ihr gesetzliches Recht: Es schützt einen Grundbetrag auf Ihrem Girokonto vor dem Zugriff von Gläubigern — unabhängig davon, was auf dem Konto eingeht. Hier finden Sie alles, was Sie wissen müssen — und einen Rechner für Ihren persönlichen Freibetrag.

Allgemeine Informationen — keine individuelle Rechtsberatung. Ich bin Rechtswirt (FSH), kein Rechtsanwalt. Rechtsdienstleistungen nur als erlaubte Nebenleistung gem. § 5 RDG.

Was ist das P-Konto — und warum ist es wichtig?

Eine Kontopfändung kann ein Girokonto von einem Tag auf den anderen sperren. Das P-Konto verhindert genau das: Es schützt einen gesetzlich festgelegten Grundbetrag, damit existenzielle Ausgaben weiter bezahlt werden können.

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Wie funktioniert das P-Konto?

Jedes Girokonto kann auf Antrag des Kontoinhabers in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt werden. Nach § 850k Abs. 1 ZPO ist die Umstellung innerhalb von vier Geschäftstagen vorgesehen. Ab dann ist ein monatlicher Grundfreibetrag automatisch vor Pfändungen geschützt — egal ob eine Pfändung bereits läuft oder erst droht.

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Welcher Betrag ist geschützt?

Der Grundfreibetrag beträgt ab 01.07.2025 monatlich 1.555,00 €. Bei Unterhaltspflichten erhöht sich dieser Betrag: erste Person +585,23 €, jede weitere +326,04 €. Nicht verbrauchte Beträge aus dem Vormonat können einmalig übertragen werden. Der monatliche Kontofreibetrag wird nach § 899 ZPO auf den nächsten vollen 10-Euro-Betrag aufgerundet — weshalb der anzeigte Freibetrag leicht vom Tabellenwert abweichen kann. Der Freibetrag lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen noch weiter erhöhen — dazu weiter unten.

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Wer kann ein P-Konto beantragen?

Jeder Kontoinhaber — unabhängig davon, ob bereits eine Pfändung vorliegt. Es ist ein gesetzliches Recht, kein Gnadenakt der Bank. Jede Person kann allerdings nur ein einziges P-Konto haben (§ 850k Abs. 8 ZPO).

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Kosten und Einschränkungen

Die Umwandlung selbst darf die Bank nichts extra kosten. Allerdings können Banken für die Führung eines P-Kontos höhere Kontoführungsgebühren verlangen. Praktisch hat das P-Konto keine Einschränkungen für den normalen Zahlungsverkehr — Überweisungen, Lastschriften, Kartenzahlungen funktionieren innerhalb des Freibetrags weiter.

Freibetrag-Rechner.

Berechnen Sie Ihren persönlichen P-Konto-Grundfreibetrag nach § 850k ZPO — gültig ab 01.07.2025.

Personen denen Sie gesetzlich Unterhalt schulden und tatsächlich leisten — z. B. Kinder, Ehepartner ohne eigenes Einkommen. Gilt nur bei Nachweis gegenüber der Bank.

Ihr P-Konto-Freibetrag 1.555,00 € Monatlich geschützt ab 01.07.2025
Davon Grundbetrag 1.555,00 € § 850k Abs. 1 ZPO

Nicht verbrauchte Beträge aus dem Vormonat werden einmalig auf den Folgemonat übertragen (§ 850k Abs. 1 S. 3 ZPO).

Gültig 01.07.2025–30.06.2026. Grundfreibetrag 1.555,00 € · erste Unterhaltspflicht +585,23 € · jede weitere +326,04 €. Der Freibetrag kann auf Antrag erhöht werden — mehr dazu unten. Keine Rechtsberatung. Ihre Angaben werden nicht gespeichert.

Hinweis: Der Pfändungsrechner zeigt als Pfändungsfreigrenze 1.559,99 € — das ist die Tabellenschwelle nach § 850c ZPO, ab der ein pfändbarer Betrag entsteht. Das P-Konto schützt den gesetzlichen Grundfreibetrag von 1.555,00 € nach § 850k ZPO. Beide Werte sind korrekt — sie beruhen auf unterschiedlichen Normen.

Freibetrag erhöhen — wann und wie?

Der gesetzliche Grundfreibetrag deckt nicht immer den tatsächlichen Bedarf. Das Gesetz erlaubt unter bestimmten Umständen eine Erhöhung des geschützten Betrags — entweder durch die Bank oder durch das Vollstreckungsgericht.

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Erhöhung durch die Bank (§ 850k Abs. 2 ZPO)

Die Bank muss den Freibetrag auf Nachweis erhöhen für: Unterhaltspflichten (Nachweis durch Bescheinigung), Kindergeld (wird automatisch geschützt, wenn es auf das P-Konto eingeht), Sozialleistungen wie ALG II, Sozialhilfe, BAföG (auf Antrag). Die Erhöhung erfolgt durch eine Bescheinigung — ausgestellt von bestimmten anerkannten Stellen.

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Wer darf die Bescheinigung ausstellen?

Nach § 850k Abs. 5 ZPO sind Rechtsanwälte, anerkannte Stellen, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zur Ausstellung dieser Bescheinigung berechtigt. Die Bescheinigung ist der Schlüssel: Ohne sie erhöht die Bank den Freibetrag nicht.

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Erhöhung durch das Vollstreckungsgericht (§ 850k Abs. 4 ZPO)

Wenn die Bank die Erhöhung verweigert oder besondere Umstände vorliegen — z. B. hoher Bedarf durch Krankheit, Behinderung, besondere berufliche Kosten — kann beim Vollstreckungsgericht ein Antrag auf Anpassung des Freibetrags gestellt werden. Das ist eine rechtliche Maßnahme, für die ein Rechtsanwalt sinnvoll ist.

Aus meinem Netzwerk

Dipl.-Kfm. Markus Libera

Rechtsanwalt · Fachanwalt für Insolvenzrecht

Fachanwalt für Insolvenzrecht · Dipl.-Kaufmann · Seit 2004 auf Insolvenzrecht und Zwangsvollstreckungsrecht spezialisiert · KfW-Beraterbörse Krise/Sanierung · IHK-Referent

RA Markus Libera ist befugt, die Bescheinigung nach § 850k Abs. 5 ZPO auszustellen — und kann bei Bedarf einen Antrag nach § 850k Abs. 4 ZPO beim Vollstreckungsgericht stellen. Ich bereite Ihre kaufmännische Situation strukturiert vor; die rechtliche Umsetzung übernimmt Herr Libera.

RA Libera ist ausschließlich auf Ihren ausdrücklichen Wunsch tätig · eigene anwaltliche Verantwortung · freie Anwaltswahl.

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Kaufmännische Vorbereitung für Ihren P-Konto-Antrag.

Ich strukturiere Ihre Unterlagen und Einkommenssituation — damit der Antrag auf Freibetragerhöhung vollständig und überzeugend ist.

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Häufige Fragen

Muss die Bank das P-Konto einrichten?
Nach § 850k Abs. 1 ZPO ist die Umwandlung vorgesehen und muss innerhalb von vier Geschäftstagen erfolgen. Wenn es Schwierigkeiten gibt, kann anwaltliche Unterstützung sinnvoll sein.
Was passiert mit bereits eingebuchten Pfändungen?
Das P-Konto schützt den Freibetrag auch dann, wenn bereits eine Pfändung läuft. Der geschützte Betrag steht Ihnen dann zur Verfügung; alles was über dem Freibetrag liegt, bleibt gepfändet.
Kann ich mehrere P-Konten haben?
Nein. Gesetzlich ist nur ein P-Konto pro Person zulässig (§ 850k Abs. 8 ZPO).
Wird Kindergeld auf dem P-Konto geschützt?
Kindergeld ist unpfändbar und wird auf dem P-Konto automatisch geschützt, wenn es dort eingeht. Es erhöht den verfügbaren Betrag zusätzlich zum Grundfreibetrag. Für rechtliche Details wenden Sie sich an eine anerkannte Stelle oder einen Rechtsanwalt.
Reicht der Grundfreibetrag nicht — was tun?
Wenn der Grundfreibetrag Ihren tatsächlichen Bedarf nicht deckt, gibt es zwei Wege: Erhöhung durch Nachweis bei der Bank (Unterhaltspflichten, Sozialleistungen) oder Antrag beim Vollstreckungsgericht (§ 850k Abs. 4 ZPO). Für Letzteres empfehle ich einen Rechtsanwalt — aus meinem Netzwerk steht Dipl.-Kfm. Markus Libera, Fachanwalt für Insolvenzrecht, zur Verfügung.
Löst das P-Konto meine Schuldenprobleme?
Nein. Das P-Konto schützt Ihr laufendes Einkommen vor dem sofortigen Zugriff — es löst die zugrundeliegenden Verbindlichkeiten nicht. Es schafft aber Luft, um eine geordnete kaufmännische Strategie zu entwickeln: Gläubigerübersicht, Einigungsstrategie, Vergleichsmöglichkeiten.